Bis Ende März werden in Dresden noch Aufträge abgearbeitet

Insolvente SDV-Gruppe: Geschäftsbetrieb wird eingestellt

Die beiden Betriebe der insolventen SDV-Gruppe stellen den Geschäftsbetrieb ein. Es konnte kein Käufer gefunden werden.
Die beiden Betriebe der insolventen SDV-Gruppe stellen den Geschäftsbetrieb ein. Es konnte kein Käufer gefunden werden.(Bild: Archiv)

Der bislang fortgeführte Geschäftsbetrieb der insolventen SDV-Gruppe muss eingestellt werden. Dies teilten die Insolvenzverwalter der beiden produzierenden Betriebe am 26. Februar 2025 den jeweiligen Belegschaften mit. Bis Ende März wird die SDV Direct World in Dresden, die zuletzt 109 Mitarbeitende beschäftigte, mit Hilfe einer reduzierten Mannschaft noch die letzten Aufträge abarbeiten. Die SDV Winter in Weidenberg bei Bayreuth (aktuell 91 Mitarbeitende) wird bereits Ende der KW 9 den Betrieb einstellen.

In der Holding mit ihren 13 Mitarbeitenden werden einige in den kommenden Wochen noch Abwicklungsarbeiten erledigen. Parallel beginne der Verwertungsprozess, teilte die Kanzlei BBL Brockdorff mit.

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„Bis Ende letzter Woche bestand noch Hoffnung, die beiden operativen Gesellschaften im Rahmen einer Doppellösung an einen Investor aus der Branche zu verkaufen, leider ist auch dieser letzte verbliebene Interessent Anfang dieser Woche abgesprungen,“ erläutert BBL-Partner Dr. Christian Heintze, vorläufiger Insolvenzverwalter der SDV Winter GmbH. „Damit bleibt uns keine Alternative zur Betriebsschließung. Für die Mitarbeiter war das natürlich eine traurige Nachricht und wir bedauern das sehr, zumal die Mannschaft bis zuletzt sehr engagiert mitgearbeitet hat,“ ergänzt sein Kollege Heiko Schaefer, vorläufiger Insolvenzverwalter der SDV Direct World in Dresden.

114 potenzielle Käufer aus der Branche sowie Finanzinvestoren angesprochen

Die von BBL beauftragten M&A-Berater hatten in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben insgesamt 114 potenzielle Käufer aus der Branche sowie Finanzinvestoren angesprochen, mit 7 Interessenten aus dem In- und Ausland gab es Gespräche, mit drei von ihnen wurde auch intensiv verhandelt. „Am Ende blieb nur ein potenzieller Käufer übrig, der zuletzt jedoch sein Angebot zurückzog“., so Schaefer. „Obwohl das Unternehmen über moderne Maschinen und gute Mitarbeiter verfügt, hat es am Ende nicht gereicht, denn im Markt für Druckerzeugnisse gibt es offenkundig Überkapazitäten. Das zeigt auch der ruinöse Preiswettbewerb vor allem im Bereich der Massenproduktion,“ erläutert Heintze.

Am 28. Februar werden die Insolvenzverfahren voraussichtlich eröffnet. Am 12. Dezember 2024 hatte das Amtsgericht in Dresden die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der SDV Medien+Service GmbH sowie ihre beiden operativen Tochtergesellschaften angeordnet. Während Christian Graf Brockdorff von BBL als vorläufiger Insolvenzverwalter für die Holding zuständig war, verantworten Christian Heintze und Heiko Schaefer die operativen Einheiten in Dresden und Weidenberg (Bayern).

Die Unternehmen mit Sitz in Dresden und Weidenberg sind Anbieter von Druckerzeugnissen mit Fokus auf Dialogmarketing, Marketing Automation und Omnichannel. Sie erzielten im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 36 Mio. Euro und beschäftigten insgesamt rund 220 Mitarbeitende.