Buchwerkstatt Hage produziert mit PUR-System von FKS/C.P. Bourg
Die richtige Maschine zur richtigen Zeit
von Redaktion,
Die technologischen Umwälzungen in der grafischen Industrie und in der Mediennutzung haben den Bestand an Druckereien und Buchbindereien in den letzten zwei Jahrzehnten spürbar ausgedünnt. Da könnte man es für zumindest gewagt halten, ausgerechnet eine Buchbinderei zu gründen, wie es Maike und Holger Rector 2005 im ostfriesischen Hage, einem kleinen Ort unweit des Fährhafens Norddeich, getan haben.
Doch ihre Buchwerkstatt mit heute 18 Beschäftigten floriert: »Es ist ja weiterhin ein Bedarf vorhanden«, sagt Holger Rector, ein gelernter Industriebuchbinder. »Die Betriebe, die verschwunden sind, hinterließen eine Lücke – sowohl beim Angebot als auch bei der Kompetenz. Besonders die Aufträge, die früher von Druckereien mit angeboten wurden, landen heute bei uns.«
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Zuwachs trotz »Corona«
Die Buchwerkstatt Hage hat sich dabei jedoch den neuen Gegebenheiten angepasst und sich auf kleine Auflagen von bis zu 2.000 Exemplaren spezialisiert. Das kommt bei der Kundschaft – darunter private Auftraggeber ebenso wie Verlage und Offsetdruckereien – so gut an, dass die Rectors bislang ohne Einschnitte durch die Corona-Krise gekommen sind und sogar zwei weitere Mitarbeiter eingestellt haben. Und investieren konnten: So bezog man 2020 eine weitere Halle direkt nebenan, in der jetzt die Arbeitsschritte Falzen, Schneiden und Heften untergebracht sind. Die »alte« Halle hingegen ist nun ausschließlich dem Klebebinden vorbehalten, und da nach dem Umzug der übrigen Maschinerie dort Platz frei geworden war, entschied man sich für die Investition in ein weiteres Aggregat. »Anlass war die Anfrage einer Online-Druckerei, die einen Partner für Bindungen suchte«, erzählt Holger Rector. »Bedingung war, dass PUR-Leim verwendet wurde, denn der ist haltbarer. Die Buchblöcke fallen auch nach vielfachem Aufschlagen nicht auseinander.« Also machte er sich auf die Suche nach einer passenden Maschine. Mehrere Anbieter wurden kontaktiert und deren Lösungen gründlich unter die Lupe genommen. Am Ende entschied sich Holger Rector für das Modell BB3002 von FKS/C.P. Bourg, geliefert und aufgestellt im Frühjahr 2020 von FKS. »Für diese Maschine und ihre Konfiguration sprachen mehrere Gründe«, schildert er. »Da ist zunächst mal die Fräse, die mit allen Papieren sehr gut zurecht kommt sowie der Leimauftrag per Düse. Dann die Auslegung mit räumlich getrennter Zuführung und Ausgabe. Das ermöglicht den Einsatz von zwei Bedienern und damit einen hohen Durchsatz.«
Hauptsache hält
Aufgrund des Einsatzes von PUR und den damit verbundenen Emissionen legte Rector Wert auf ein geschlossenes Leimsystem mit Fassschmelzer. Deshalb kann er auch auf den Einsatz von Microemission-PUR verzichten: »Das klebt einfach nicht so gut«, sagt er. »Und es eignet sich nicht so gut für bestimmte Materialien und hohe Grammaturen.« Die obligatorischen Reinigungszyklen nimmt er in Kauf: »Das machen wir nach Schichtende in 15 bis 20 Minuten. Einen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit hat das nicht.« Ein weiterer entscheidender Grund für die Wahl des BB3002 war die Möglichkeit zur Aufrüstung mit einem BBL-Bookloader von FKS/C.P. Bourg. Das Modul übernimmt die automatische Zuführung der Buchblocks und besitzt eine Aufnahmekapazität von 120 Stück. Die Anschaffung ist bereits geplant für das Frühjahr 2021. Bereits jetzt hat sich die Investition für die Buchwerkstatt Hage gelohnt: Schnell sprach sie sich bei den Druckereien der Umgebung herum und löste zahlreiche Folgeaufträge aus. Lob findet Holger Rector auch für seinen Lieferanten. »FKS hatte die richtige Maschine zur richtigen Zeit für uns. Installation, Einweisung und Schulung liefen reibungslos, und auch der Service ist bestens. Wir sind sehr zufrieden.«